Hoffnungslicht

A: „Was sollen wir jetzt nur tun?“

B: „Ich weiß nicht, was wir jetzt noch machen können. Ich fühle mich so alleine. Es hat sich alles verändert in den letzten Tagen und Wochen.“

B: „Ja, und dabei hat sich doch nur eine Sache verändert! Jetzt müssen wir uns erstmal orten…. Ich weiß gar nicht mehr, wo ich bin.“

A: „Was hilft uns weiter? Was wollen wir gerade überhaupt noch tun? Es ist alles so neu und so anders!“

 

So in etwa stelle ich mir ein Gespräch von damals vor. Die Jünger sitzen zusammen in einem Haus und unterhalten sich. Jesus ist in den Himmel gefahren und sie sind alleine zurück geblieben.

 

So in etwa habe ich in den vergangenen Wochen viele Gespräche geführt. Durch das Virus hat sich vieles verändert. Es gab tiefe Einschränkungen. Und nun gibt es neue Ordnungen, an die wir uns halten sollen. Auch im Urlaub.

 

Ich wünsche mir so sehr, dass der „normale Alltag“ wiederkommt. Es soll wieder so werden, wie es vor dem 15. März war, bevor alles abgesagt wurde!

Bei Jesu Himmelfahrt wurde den Jüngern und Jüngerinnen zugesagt: Was schaut ihr gen Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen. (Apg 1,11)

Jesus wird wiederkommen. Das ist ja mal ein Wort! Bis Jesus allerdings wiederkommt, dauert es. Das wusste Jesus. Deshalb hat er den Jüngern einen Helfer in dieser Wartezeit zugesagt: 16 Ich will den Vater bitten und er wird euch einen anderen Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit: 17 den Geist der Wahrheit. 26 Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. (Joh 14, 16-17a. 26)

 

Es gibt einen „anderen Tröster“. Wir kennen ihn heute vermutlich eher unter dem Namen „Heiliger Geist“. Am Pfingstsonntag erinnern wir uns an die Aussendung des Heiligen Geistes auf die Jünger.

Heute ist Pfingstmontag und ich finde den Gedanken passend: Da ist ein Tröster, den Jesus uns geschickt hat. Der Heilige Geist ist bei uns in diesen Zeiten, in denen vieles unsicher ist. Auf viele Routinen muss ich verzichten, lieb gewonnene Traditionen muss ich umdenken.

Und ganz wichtig: Es braucht ein Reden darüber, was geht und was geht nicht.

Was können wir tun?

Was kann in Zeiten von Corona getan werden?

In einem größeren Kontext gefragt: Was kann in Zeiten von Jesu Abwesenheit auf Erden getan werden?

Gottes Geist verbindet mich mit allen Christen weltweit und mit Gott. Er ist wie ein W-Lan, in das ich mich einloggen kann. Das Passwort lautet: betet unaufhörlich. Auch mit Gott kann ich darüber reden, wie ich mich verhalten kann. In diesen Gesprächen mit Gott, Jesus und der Heiligen Geistkraft kommt frischer Wind auf!

Frischen Wind brauchte es auch damals schon. Bereits Paulus berichtet davon, wie das Leben in der Kraft des Geistes die Menschen verändern kann. Davon lesen wir im Römerbrief Kapitel 12, die Verse 9 bis 21. Ich lade dich ein: Lies dir den Text im Römerbrief Kapitel 12, die Verse 9 bis 21, gerne nach der Andacht in Ruhe durch.

Paulus schrieb in diesen Versen auf, was ihm für die Beziehungen in der Gemeinde wichtig war. Diese Werte verbinden uns auch heute mit Christen weltweit.

 

Dieser Text von Paulus öffnet eine weite Perspektive. Ich nenne das mal „christliche Orientierung“. Darunter verstehe ich, dass ich mich mit meinem Verhalten an Christus orientiere und meine Denkweise von Gott verändern lasse. Das ist frischer Wind in meinem Leben.

Als Christ habe ich eine ewige Hoffnung. Wie ein Leuchtturm blinkt ein Hoffnungslicht konstant auf, während ich meinen Lebensweg gehe. Das Licht des Leuchtturms hilft mir, mich zu orten und zu erkennen, wo ich bin. Daran kann ich meinen Kurs ausrichten und entscheiden, wohin ich fahre.  Als Christ geht meine Perspektive dabei über das Leben hinaus in die Ewigkeit hinein.

Ich messe mich und mein Verhalten an einem gnädigen Maßstab. In 1 Joh 4,19 steht: „Wir lieben, weil Gott uns zuerst geliebt hat.“

Gottes Liebe steht am Anfang. In dem Wissen, geliebt zu sein, fange ich an zu lieben und zu handeln. Mich motiviert, dass Gott gnädig ist.

Weil Gott dich und mich liebt, gehen wir liebevoll miteinander um.

Jesus hat den Tod für dich und mich besiegt, bevor er uns überhaupt kannte.

Der Heilige Geist ermutigt dich und mich, weiter Jesu Vorbild nachzufolgen.

In dieser Weite weht der frische Wind des Pfingstfestes.

Das Leuchtfeuer schenkt mir Hoffnung, Orientierung und Trost.

Amen.

 

 

Ich lade dich ein: Nimm dir eine Bibel und lies im Römerbrief Kapitel 12, die Verse 9 bis 21.